Die Umweltverschmutzung der Seine, kein französisches Problem!

Die olympischen Spiele sind in aller Munde und rücken teils fast vergessene Tatsachen wieder ein wenig in den Vordergrund.

In einer großen Ansprache versprach der französische Präsident, die Seine, welche durch Paris fließt, bis zu Olympia gründlich zu reinigen und sie so von dem gesundheitsschädlichen und umweltbelastenden Zustand zu befreien. Der Hauptstadtfluss hat die gleichen Probleme, wie auch unsere Flüsse und Bäche in Deutschland.

Bei jedem mittleren Regenfall gelangt Abwasser durch aktive Einleitung (sog. Mischwasser) teilweise oder ganz ungeklärt in den nächsten Fluss oder Bach. Ziel ist es hierbei eine Überlastung der Klärwerke zu verhindern. Bei starken Regenereignissen ist es sogar der Regelfall.

Als Bürger bemerkt man oft nach (Stark-) Regenereignissen immer wieder Exkremente, Toilettenpapier usw. an den Flüssen und Bächen. Und dabei sind dies nur die Fremdstoffe, welche man direkt sieht oder riecht, dazu kommen aber noch Medikamentenreste, Industrieabwässer, hohe Stickstoff- und Phosphoreinträge uvm. Dieser Zusammenhang zwischen Regenfällen, Kläranlagen und dem schlechten Zustand unserer Gewässer wurde bereits in mehreren Studienarbeiten aufgegriffen und ist belegt [Studien und Analysen von Seel, Hejzlar, Rosendorf sowie auch Sýkora].

Die Wissenschaftler sind dem Problem der Verschmutzung unabhängig voneinander nachgegangen und kamen alle zu demselben Ergebnis: Die Kläranlagen sind die Hauptverantwortlichen für die Phosphoreinträge. Einzig und allein Schmitt et al. behauptete, dass die Landwirtschaft der Hauptverursacher sei – dies beruhte allerdings auf rein theoretischen Rechenmodellen und ist schon lange, u.a. durch neue Modelle und auch praktische Messungen widerlegt.

„An keinem einzigen Bach wurde bisher ein Hinweis gefunden, dass landwirtschaftliche Einträge maßgebend sind.“ Prof. Dr. Seel, Schlussbericht Theel S.50


Trotzdem gilt Schmitt immer noch als Grundlage unserer Umweltpolitik. Sein theoretisches Modell war die Grundlage für die Ausweisung der Gelben Gebiete. Diese Verordnung hat den Landwirten mehr Bürokratie, mehr Aufwand und mehr Kosten geschaffen. Und nun ist mehr als deutlich klar: diese Maßnahmen dienen nicht dem Umweltschutz. Die einzige sinnvolle Maßnahme, um die Eutrophierung unserer Flüsse und Bäche zu reduzieren, ist die Nachrüstung der Kläranlagen bezüglich der Phosphor-Ablaufkonzentrationen. So wie es auch Hessen, nach der Veröffentlichung der Studienergebnisse von Prof. Dr. Seel, umgesetzt hat. Sie haben damit nicht nur ihre Ziele erreicht, sondern sie sogar noch übertroffen.

Der LSV-Bayern fordert einen ehrlichen Umweltschutz, bei dem nicht die Landwirtschaft als Sündenbock immer herhalten muss. Wir sind zu ehrlichen Gesprächen bereit und bieten unsere Fachexpertise in allen Bereichen an.

Futtertauschbörse

Futtertauschbörse als Unterstützung vom Hochwasser betroffener landwirtschaftlicher Betriebe – Initiative zur Unterstützung für Tierhalter in Hochwassergebieten

Unter dem Motto „Mia hoid ma zamm und helfen uns!“ hat der Bezirksverband der CSU-Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AG ELF) Oberbayern in Zusammenarbeit mit dem Verein Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. (LSV) eine Futtertauschbörse ins Leben gerufen. 

Diese Initiative soll geschädigte Tierhalter unterstützen, die durch die jüngsten Hochwasserereignisse stark in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Aufruf zur Spende und Unterstützung

Die Futtertauschbörse ist auf der Suche nach Heu, Stroh und anderen Futtermitteln, um die betroffenen Landwirte schnell und unbürokratisch zu versorgen. Wir appellieren an alle, die in der Lage sind, solche Materialien abzugeben, sich zu beteiligen. 

Besonders wichtig ist es jedoch, herauszufinden, wer dringend Unterstützung benötigt.

So können Sie helfen oder Hilfe erhalten:

Wenn Sie Heu, Stroh oder andere Futtermittel spenden möchten oder selbst Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie bitte unsere Ansprechpartnerin:

➡️ Sonja Aigner – Telefon u. Whatsapp 0173 9462236, eMail agelfobb@mail.de

Jede Hilfe, sei sie noch so klein, trägt dazu bei, dass die betroffenen Tierhalter schneller wieder auf die Beine kommen.

Ein gemeinschaftlicher Ansatz

Diese Aktion zeigt einmal mehr die Stärke einer Gemeinschaft und die Solidarität innerhalb der Gesellschaft. Durch gemeinsames Handeln und gegenseitige Unterstützung können die Herausforderungen, die durch Naturkatastrophen entstehen, besser bewältigt werden.

Wir danken allen im Voraus für ihre Unterstützung und hoffen auf eine rege Beteiligung an der Futtertauschbörse. Jeder Beitrag zählt und ist ein wertvoller Schritt auf dem Weg zur Wiederherstellung der Normalität für die betroffenen Landwirte.

Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft sind die Grundpfeiler unserer Gemeinschaft. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass keiner alleine durch diese schwierige Zeit gehen muss.

Claus Hochrein, Vorsitzender LSV Bayern

&

Michael Hamburger, AG ELF Bezirksvorsitzender Oberbayern

PS: Diese Pressemitteilung wird bis zur Ausstrahlung der Sendung am Freitag um 19 Uhr auf unseren Kanälen veröffentlicht:

– https://landwirtschaftverbindet.bayern

– https://www.facebook.com/landschafftverbindung.bayern

– https://www.facebook.com/AGELFObb

https://www.instagram.com/elfoberbayern

Bundesregierung senkt Pauschalierung bei Landwirten

Nach dem Aus für den Agrardiesel in diesem Winter/Frühjahr, kommt jetzt erneut eine zusätzliche Belastung auf die Landwirte zu. Die Bundesregierung will den Umsatzsteuersatz bei pauschalierenden Betrieben herabsetzen, von derzeit 9% auf 8,4%. Ab den 1. Januar 2025 soll er sogar auf 7,8% abgesenkt werden.

Erst vor einigen Jahren war dieser Umsatzsteuersatz von 10,7% auf 9% heruntergestuft worden, es zeigte sich hier auch fatal, wie den Betrieben einfach 4- und 5-stellige Summen durch die Hintertür abgezogen wurden.
Die Ampel bricht auch hier wiederholt ihr Versprechen, die Landwirtschaft nicht noch mehr zu belasten. Denn für diese bedeutet diese Entscheidung noch weniger Einnahmen, mehr Belastungen, mehr Arbeit und mehr Sorgen. Auch werden die Landwirte immer mehr in Richtung der Umsatzsteuer-Optierung getrieben.
Dem Staat selbst bringt dieses Vorgehen etwas knapp unter 100 Millionen Euro, den Landwirten selbst kostet es ein Vielfaches, von den enormen zusätzlichen Bürokratischen Aufwand kaum zu sprechen.

Weiter haben die verantwortlichen Parteien den Bauern für den Wegfall der „Steuererleichterung für den Agrardiesel“ unter anderem eine Risikoausgleichsrücklage oder eine steuerliche Tarifglättung versprochen, die einen kleinen Teil der nun deutlich höheren Kosten ausgeglichen hätte. Auch daran hat man sich nicht gehalten.

Verlässliche Rahmenbedingungen sind jedoch der Regierung momentan leider sehr fremd, genauso wie die eigenen Versprechen, die sie gegenüber den heimischen Landwirten gemacht haben.


Wir von Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. stehen bereit, der Bundesregierung sinnvolle Maßnahmen vorzuschlagen, um den Haushalt zu kitten und nicht wie jetzt, die deutschen Landwirte wieder in Fremdhaftung für ihre eigene misslungene Wirtschaftsweise zu nehmen.

Bauerndemo Brüssel 4.Juni 2024

Die Europäischen Bauern treffen sich morgen vor dem EU-Hauptquartier in Brüssel. Folgende Punkte einen die Europäischen Landwirte auf ihrem Weg nach Belgien:

  • Rückzug vom Green Deal, der bereits nachweißlich durch mehrere Studien deutlich mehr Schaden verursacht als er positives bringt.
  • Schutz des Binnenmarktes der EU
  • Schutz des Rechts auf privates Eigentum
  • Schutz und Unterstützung für den europäischen Tierhaltungs und Zuchtsektor

Anfahrtsplan und Programm für Brüssel:

hier gibts die Anfahrtspläne und Treffpunkte für Brüssel.

Den Link oberhalb zur FDF Webseite mit den Infos kann man auf Deutsch umstellen wenn man möchte.

Hier ein paar Treffpunkte die koordiniert werden:
Für die, die mit dem Traktor nach Brüssel fahren, sind drei Sammelorte im Süden der Niederlande angeordnet.

Sourethweg 10, 6422 PC Heerlen Ansprechpartner Walter Joosten 06-53895491

Kanaalstraat 101b, 5711 EG Someren Ansprechpartner Walter Joosten 06-53895491

Wildestraat, 4845 PK Wagenberg Kontakt Kevin Buis. 06-51023392: Video: „Info der Sammlung Wagenberg“

Toiletten, Duschen und Food Trucks sind an diesen Orten erhältlich. In Wagenberg gibt es einen Schlafplatz für alle, in Someren für ausländische Traktorfahrer. Bringen Sie eine Luftmatratze, Matratze und Schlafsack mit.

Die Duifhuisstraat 5 5374 SB Schaijk ist ein Ort, an dem der 4. Juni um 1 Uhr morgens abgeholt und in Richtung Brüssel gefahren wird, um der Wagenberg-Gruppe beizutreten. Ansprechpartner Marcel Rijkers 06-20495329

Jahreshauptversammlung 2024

Am Freitag den 22.3.2024 fand die Jahreshauptversammlung von Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. in Enkering statt. Neben den reichlich aktuellen Themen im Bericht des Vorstandes, wurde auch ein Jahresrückblick gezeigt, der die vielfältigen Aktionen und die politische Aktivität des Vereins zum kleinen Teil zeigen konnte.
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt waren auch die Neuwahlen, die turnusgemäß alle 2 Jahre mit auf der Jahreshauptversammlung stattfinden.

Neu zur Vorstandschaft hinzugekommen ist Josef Taschner aus Oberfranken, der zukünftig Michael Muhr aus Oberbayern ersetzten wird. Ansonsten wird Claus Hochrein weiterhin als 1. Vorstand den Verein mit seinen stellv. Vorständen Tizian Klein, Christoph Huber und jetzt Josef Taschner führen.

Hier die kurze Auflistung aller neuen bzw. alten Mitglieder der Vorstandschaft, Kassenprüfer und Beiräte die gewählt wurden auf der Versammlung:

Wahl Vorstandschaft LSV Bayern e.V.

Neue Vorstandschaft von LSV-Bayern, Tizian Klein, Claus Hochrein, Josef Taschner und Christoph Huber

1. Vorstand
Hochrein Claus

Stellv. Vorstand:
Huber Christoph, Taschner Josef, Klein Tizian


Kassier:
Huber Matthias

Stellv. Kassier
Peringer Josef

Schriftführer:
Bertele Andreas

Stellv. Schriftführer:
Dorfner Hermann

Kassenprüfer:
Forstner Josef, Seiler Fritz


Beiräte Unterfranken:
Mall Reinhold, Böhm Frank

Stellv. Beiräte Unterfranken:
Lambrecht Daniel, Thorwart Markus


Beiräte Oberfranken:
Hauenstein Thomas, Täuchtgräber Lothar

Stellv. Beiräte Oberfranken:
Sponsel Max, Salwender Florian


Beiräte Mittelfranken:
Winkler Alfred, Ludwig Kurt

Stellv. Beiräte Mittelfranken:
Kreuzer Andreas, Bayer Thomas


Beiräte Oberpfalz:
Fischer Andreas, Schreiner Matthias

Stellv. Beiräte Oberpfalz:
Adam Stefan, Forstner Josef


Beiräte Niederbayern:
Neumayer Hans, Naglmeier Manuela

Stellv. Beiräte Niederbayern:
Seiler Fritz, Meier Claudia


Beiräte Schwaben:
Magg Andreas, Jans Philipp

Stellv. Beiräte Schwaben:
Hartmann Christian, Unseld Daniel


Beiräte Oberbayern:
Muhr Michael, Grundner Tobias

Stellv. Beiräte Oberbayern:
Kistler Sabine, Drahtmüller Christoph

Wir wünschen der neuen Vorstandschaft, allen Beiräten und aktiven Unterstützer von Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. weiterhin ein so großes Engagement und Kraft um die Landwirtschaft weiter nach vorne zu bringen!

Protestwoche ab dem 8. Januar

Die Bundesregierung hat am 13.Dezember 2023 die Streichung der Agrardieselentlastung und den Wegfall der grünen Nummerntafel veranlasst. Diese Entscheidung bringt massive Mehrkosten auf die Betriebe, deswegen wurde durch den Bauernverband und LSV-D zu den Protestwochen ab dem 8. Januar aufgerufen.

Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. beteiligt sich hierbei mit vielen dezentralen Kundgebungen, Sternfahrten und anderen Maßnahmen an diesem Aufruf! Die Entscheidungen der Regierung reihen sich an eine Vielzahl von Belastungen und Wettbewerbsnachteilen an, die seit der Regierungsbildung zum Nachteil der deutschen Landwirtschaft erlassen wurden.

Hier ein kleiner Auszug der Ereignisse, mit denen die Bauern zusätzlich seit den letzten 2 Jahren zu kämpfen haben:

  • Absenkung des Steuersatzes für pauschalierende Betriebe von 10,7% auf 8,4%
  • Abschaffung der Gewinnglättung
  • Streichung der Investitionsförderung von 195 Mio € für den von der Gesellschaft gewollten schnellen Umbau der Landwirtschaft
  • Kürzung der Zuschüsse für die ldw. Sozialversicherung und Berufsgenossenschaft
  • Höhere CO2 Abgabe, die bis 2026 auf 19,8 Cent/L steigt
  • 4% Flächenstilllegung von ertragreichen Flächen, ohne Ausgleich
  • Verschärfung der Geruchsimmissionsrichtlinie (GIRL)
  • Ausweitung der Stoffstrombilanz
  • Verschärfung des Errosionsschutzkatasters
  • Fehlende Investitionsförderung für den Umbau zu mehr Tierwohl, ohne Absicherung der höheren Betriebskosten
  • Fehlende Ausschreibungsmengen bei Biogas
  • Vermehrte Schäden durch Wolf, Bieber usw. bisher immer noch mit keiner Lösung


Um den Fortbestand der kleinstrukturierten Betriebe in Bayern aufrecht zu erhalten, bestehen wir darauf:

  1. Dass importierte Waren mindestens den deutschen Anforderungen an Umwelt- Tierschutz- und Sozialstandards entsprechen (Lieferkettengesetz)
  2. Auf eine klare 100% Herkunftslandkennzeichnung für alle landwirtschaftlichen Produkte, auch in verarbeiteten Lebensmitteln und Restaurants, damit der Verbraucher leicht erkennen kann, woher diese genau kommen.
  3. Menge, Preis und Lieferzeit für unsere Produkte müssen im Vorfeld geklärt sein. (Marktrahmenbedingungen)

Wir gehen nicht nur für unsere Betriebe und Familien, sondern auch zum Wohl der Verbraucher auf die Straße. Denn wir wollen weiterhin regionale, gesunde Lebensmittel produzieren und dabei unseren Beitrag zum Klima-, Umwelt- und Artenschutz leisten können. Daher offen wir auf das Verständnis der Bürger.

Bei den stetig sinkenden Selbstversorgungsgraden von Lebensmitteln ist es im Interesse aller, für die regionale Landwirtschaft ein Zeichen zu setzen!

Demowoche ab dem 8.Januar 2024

Der heiße Januar beginnt, bisher hatten wir zwar schon einige Demonstrationen in den Regionen, doch am 8.1 geht es in die Landeshauptstadt München. Keine faulen Kompromisse mehr, kein halbherziges wir geben euch ein wenig dessen zurück was wir euch vorher genommen haben!

Jeder demonstriert für eine Verbesserung, für mehr Geld in der Tasche, weniger Arbeitsstunden pro Woche, geringeres Rentenalter usw. Was machen wir Landwirte? Wir demonstrieren gerade einmal dafür das uns nicht noch mehr genommen wird, von fairen Preisen sind wir meilenweit weg, von fairen Arbeitszeiten noch weiter…und trotzdem lassen es wir anscheinend mit uns machen.

Doch jetzt ist Schluss damit, es muss sich was ändern bevor noch mehr aufgeben müssen. Reichen denn nicht die hundertausende Betriebe seit den 90ern? Reicht es nicht das Depressionen, Burnout und Angstzustände so hoch sind wie in keinem anderen Beruf? Wir müssen etwas ändern, deswegen, auf die Straße! Kein Schritt mehr zurück, nur noch nach vorn!

Geplante genehmigte Demos in Bayern:

Oberbayern:

  • 4.1 Erding
  • 8.1 München, Odeonsplatz 11 Uhr
  • 8.1 Region 10 Ei/In/ND/Sob angemeldete Demos an Zufahrten und Verkehrs-Knotenpunkten
  • 10.1 Bad Reichenhall, Festplatz ab 19 Uhr
  • 10.1 Ingolstadt

    Niederbayern:
  • 3.1 Sternfahrt mit Mahnfeuer in Frontenhausen
  • 4.1 Straubing
  • 8.1 Sternfahrt mit Kundgebung in Karpfham
  • 8.1 Landshut gemeinsam mit der Innung der Land- und Baumaschinentechnik

    Schwaben:
  • 8.1 Nördlingen/Donauwörth
  • 8.1 Kundgebungen in Memmingen und Sonthofen
  • 10.1 Augsburg, am Plärrer 11 Uhr

    Mittelfranken:
  • 12.1 Nürnberg, Volksfestplatz 11 Uhr

    Oberfranken:
  • 8.1 Sternfahrt Kronach
  • 8.1 Bayreuth, Volksfestplatz ab 8 Uhr
  • 8.1 Bamberg, Brose-Arena 11 Uhr

    Oberpfalz:
  • 8.1 Sternfahrt Amberg
  • 8.1 Regensburg mit BBV zusammen, Donau Arena ab 11 Uhr

    Unterfranken:
  • 4.1 Info Veranstaltung zu den Demos
  • 8.1 Demonstrationszug 

Gummistiefel Aktion

Momentan gehen die Landwirte auf die Straße um gegen die aktuelle Politik und die fehlende Fairness zu demonstrieren. Eine Flut von undurchdachten Verordnungen, durch die Ministerien selbst verursachten Anklagen durch die EU und faktenbefreiten Gesetzen treiben die Kosten für viele Bauern zusätzlich in die Höhe. Denn nicht nur Energie, Wasser, Gebäude, Maschinen und Ersatzteile sind enorm teuer geworden, die planlose Politik erfordert zusätzliche Arbeitszeit und Geld!

Ab 08.01.2024 kommt es deswegen in Deutschland zu großen Demonstrationen durch die Landwirte.
Bis dahin wird es einen stillen Protest geben, mit dem Motto:

Bei dieser Politik hängen wir Bauern unsere Stiefel an den Nagel!

Hier gehts zur Mediathek und den Druckdateien.

Hierbei werden Gummistiefel am nächsten Ortschild aufgehängt. In anderen Regionen werden dazu auch die Ortschilder um 180 Grad umgedreht um die Lage nochmal zu verdeutlichen.

Aber es geht nicht nur um den Agrardiesel und die KFZ-Steuer, die die Proteste mit ins rollen gebracht haben. Es geht noch weiter um:

  • Düngeverordnung und die Düngung unter dem Nährstoffbedarf
  • Agrardieselkürzung und KFZ-Steuer für ldw. Fahrzeuge
  • Versicherungspflicht für selbstf. Arbeitsmaschinen <20kmh (auch Rasenmähtraktoren usw.)
  • die rechtswiedrige Ausweißung der roten Gebiete durch selbst verursachte Fehler des Umweltministeriums (welches dann die EU- Klage als Resultat hatte)
  • Fehlerhaftes und marodes Messstellennetz für Grundwassermessungen von Nitrat
  • TA-Luft und Antibiotikarichtlinie ohne Kostenausgleich
  • Herkunftskennzeichnung und faires Lieferkettengesetz
  • 4% Stilllegung von hoch ertragsfähigen Flächen
  • Absenkung der Pauschalisierung von 10,7-8,4% und der Umsatzgrenze hierfür
  • Willkürliche Dauerüberwachung der Landwirtschaftlichen Fläche durch Satelliten mit fehlerhafter Software, bei dem die Landwirte ständig mit Standort und Handykamera Gegenbeweise erbringen müssen
  • Annerkennung und ehrlicher Umgang mit den Landwirten, sowie keine Fakenews mehr von den Ministerien
  • ehrlicher Umgang mit dem Wolf, ohne realitätsfremden Aktionismus und verbreiten von Fakenews
  • überbohrende Bürokratie, kaum zu schaffende Auflagen (GAP, Glötz usw.)

Bauernproteste nach politischer Fehlentscheidung

Landesweit sind derzeit Landwirte auf der Straße, um ihre Entäuschung über die politische Entscheidung gegen den Agrardieselrückerstattung und den Wegfall der Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge zu zeigen. Spontane Demos mit Traktoren vor den Politbüros der SPD, der Grünen und auch der FDP sind überall zu sehen, aber auch Traktorkorsos, Gummistiefelaktionen oder kleine Misthaufen vor Ampeln.

Aber warum ist das eigentlich so? Was bringt die Bauern dazu auf die Straße zu gehen und mit Ihren Schleppern vor die Büros der Ampelparteien zu fahren oder in die Innenstädte?
Eigentlich ist die Erklärung für das ganze ziemlich einfach. Es ist die Existenzangst weil es jedes Jahr noch mehr um das wirtschafltiche Überleben der Familie und des Betriebes geht.

Dabei ist es nicht alleine die Streichung der Agrardieselrückerstattung und die Abschaffung der Grünen Nummernschilder für Landwirtschaftliche Maschinen, die hier wieder ein tiefes Loch in die Taschen der Bauern reißt und weswegen diese auf die Straße gehen.

Es sind die enorme Vielzahl an Beschränkungen, Verordnungen, Gesetze und Auflagen die das wirtschaften für Landwirte in Deutschland sehr schwierig machen. Denn all diese Einschränkungen kosten richtig viel Geld, Zeit und Kraft. Dinge die ein Landwirt kaum mehr hat, denn immer mehr arbeiten, immer effektiver werden kann er kaum noch, denn bezahlen will es kaum noch jemand. Die letzen 40 Jahre haben deutlich gezeigt, dass die Preise für die Erzeugnisse der Landwirte nahezu gleich bleiben, also stangnieren, im Gegensatz zu den Kosten. Jede Maschine, jedes Ersatzteil, jedes Futter und auch Fremdarbeitskräfte werden immer teurer, außer die produzierten Lebensmittel, die kann der Landwirt für den gleichen Preis wie 1975 verkaufen.

Kostete ein Traktor in den 1980er Jahren für 120 PS noch weniger als 100.000 DM, so kostet im Jahr 2023 ein Traktor mit 120 PS mittlerweile mindestens 100.000 Euro.
Eine Preissteigerung von mehr als 100%. Ähnlich verhält es sich mit Löhne für Arbeitskräfte, Ersatzteilen, kosten für Flächenpacht, für Abgaben an den Staat usw.
Die Milch kostete 1980 ca. 0,62 DM, 2020 waren es zwischen 32-36Cent/Liter.

Hier einmal einige Mehrkosten pro Jahr, die Landwirte durch politische Fehlenentscheidungen zusätzlich zu tragen haben.

Beispiel an einem 100 Milchkuh Betrieb in Bayern:

  • Agrardieselerstattung gestrichen: ca. -5000 €/Jahr
  • Steuerbefreiung landwirtschaftliche Maschinen: ca. -2500 €/Jahr (Online Rechner hier)
  • Sozialversicherungszuschusse gekappt. ca. -1000 €/Jahr
  • Grundsteuererhöhung
  • Mindestlohnerhöhung um 1€: -2300€/Jahr + Arbeitgeberanteil für Rente usw. (1 AK)
  • Pauschalierung sinkt von 10,7% auf 9% und jetzt 8,4% (Quelle): ca. -9000€/Jahr
  • Streichung Investitionförderung -195 Millionen Euro
  • Kürzung der Flächenprämien von 285€/ha auf ca. 170€/ha (bei 90ha): ca. -10350 €/Jahr

Einnahmeschancen durch die Reformierung der GAP

  • Umschichtung der Flächenprämien auf die 2. Säule der GAP: 0 -20 €/ha da hier nur der Aufwand für die Umweltmaßnahme bezahlt wird. Allermeistens sehr hoher Aufwand der die Einnahmen komplett auffrisst.

Im gesamten beläuft es sich für einen Milchviehbetrieb mit beispielsweise 100 Kühe der Gesamtschaden durch falsche Politik auf etwa 30.000€/Jahr.

Regierung streicht die Agrardieselrückerstattung

Die Parteien der Ampelregierung haben sich entschlossen den dicken Rotstift anzusetzen und das obwohl Cem Özdemir sich kurz zuvor noch öffentlich „vehement“ gegen eine Kürzung aussprach und vor einer Mehrbelastung der Bauern gewarnt hatte.

Den Vorschlag zum Agrardiesel und dessen Kürzung hat das Landwirtschaftsministerium aber trotzdem selbst vorgeschlagen.

Das BMEL, also Cem Özdemirs Landwirtschaftsministerium hat selbst die Kürzung bzw. die Streichung der KFZ Steuererleichterung und der Agrardieselrückerstattung vorgeschlagen. Die regierenden Parteien der SPD, der FDP und der Grünen haben sich heute auf diesen Vorschlag geeinigt! Hier zum Nachlesen.


Die Agrardieselrückerstattung von 21,48 Cent/Liter fällt somit gänzlich weg, eine Mehrbelastung von umgerechnet 440 Millionen Euro für die Betriebe.

Zusätzlich dazu fällt auch die Steuerbefreiung für Kraftfahrzeuge, was insgesamt bei den bäuerlichen Betrieben weitere 460 Millionen Euro von den Höfen zerrt.

Insgesamt also 900 Millionen Euro an weiteren Belastungen, zusätzlich zu deutlich höheren Produktionskosten, jedes Jahr kostspieligere Verordnungen und abstrusen Gesetzen, die nur noch mehr Bauern in den Ruin treiben.



Eigentlich soll ja die Mineralölsteuer die Straßennutzung besteuern und somit dessen Instandhaltung bezahlen. Bauern verbringen und verbrauchen aber im Schnitt mehr als 90% ihrer Zeit und ihres Treibstoffes auf den Acker.
Die Steuer ist also für Landwirte mehr als unlogisch und wiedersinnig, eine komplette Rückvergütung wäre das einzige gerechte, vor allem im Hinblick auf die restlichen Europäischen Staaten.

Allein der Wegfall des grünen Nummernschildes für die Landwirtschaft bedeutet zum Beispiel:

  • Fendt 712 Vario, 99kw, Baujahr 2003, 9,5to Gesamtgewicht -> 670€/Jahr
  • Fendt 718 Vario, 130kw, Baujahr 2011, 12,5to Gesamtgewicht -> 865€/Jahr

Je älter die vorhandenen Schlepper sind, je mehr Eigengewicht diese haben und je schlechter die Emissionsklasse ist, desto mehr kosten diese nun pro Jahr den Betrieben. Hier der Onlinerechner.
Die ablesbaren Codes hierzu stehen auf der Zulassungsbescheinigung. Hier die Aufschlüsselung.

Doch nicht nur die Streichung der Rückvergütung und der KFZ-Steuer Befreiung verursacht hohe Kosten, die allein 2022 und 2023 die Betriebe zusätzlich belasten.

  • Abänderung der Versicherung und zusätzliche Versicherungspflicht für selbstfahrende Arbeitsmaschinen <25km/h
  • Grundsteuer Reform
  • Pauschalierungsgrenze und Absenkung der Steuersätze
  • Mauterhöhung von 50-80%
  • usw.