Was uns antreibt

1. Wer ist diese junge Bewegung

Unter dem Banner Land schafft Verbindung haben sich im Oktober 2019 viele tausende Bauern zusammengefunden um unter anderem gegen eine undurchdachte Verbotspolitik, für eine faktenbassierte Diskussion unserer Zukunft, bessere Lebensbedingungen und für ein faireres Miteinander ohne Bauernbashing uvm. zu demonstrieren!
Der Landesverein Landwirtschaft verbindet Bayern e.V. gründete sich im Mai 2020 und ist nachfolgend als LSV-Bayern und auch LvB bekannt.

Dabei ist der LSV betont Verbands- und Parteineutral und sieht sich eher als Mediator zwischen den einzelnen Landwirtschaftlichen Verbänden. Wir sprechen und suchen Lösungen für die Landwirte mit allen Parteien der Demokratischen Mitte und lehnen extreme Tendenzen im Rechten und auch Linken Spektrum entschieden ab.
Wir Bauern lieben unseren Beruf und leben unsere Berufung, wir achten unsere Tiere die wir Versorgen und pflegen die Felder die schon seit Generationen bewirtschaftet werden. Unsere Mitarbeiter sind oft ein Teil der Familie, ganz egal ob sie aus dem In-oder Ausland kommen, wir verstehen uns als Brückenbauer zwischen den verschiedenen Kulturen aus denen unsere Praktikanten, Mitarbeiter oder auch Besucher die wir beherbergen kommen.
In der Landwirtschaft und im LSV ist weder Platz für Rassismus, Sexismus noch für Antisemitismus oder ähnlichen, ein gutes Miteinander ist uns in der Gesellschaft sehr wichtig! Wir wollen andere so behandeln wie wir selbst behandelt werden wollen.

Wir wollen das kein Landwirt weltweit mehr ausgebeutet wird, dass zu erreichen ist ein wichtiger Schritt in die sichere Versorgung der Länder und ein großer Beitrag zur Bekämpfung des weltweiten Hungers.
Denn eines ist sicher, ohne Regionale Landwirtschaft läuft es nicht, nirgendwo!

2. Erhalt der Regionalen Lebensmittelversorgung

Die Umsetzung des Agrarpakets und vielen weiteren Verordnungen, wird für die Landwirte mit erheblichen Einschränkungen und deutlichen Mehrkosten bei sinkenden Erträgen verbunden sein. Diese Mehrbelastungen können die Bauern schon seit vielen Jahren nicht mehr ausgleichen und faire Erzeugerpreise liegen bereits Jahrzehnte zurück.
So wird unsere regionale Lebensmittelproduktion, die gesellschaftlich immer wieder gefordert wird, weiter geschwächt. Das Resultat: Der Lebensmittelimport wird steigen und zwar ohne Einfluss auf ökologische und soziale Standards im Herkunftsland. Das ist weder in unserem Sinne, noch entspricht es dem Wunsch des Verbrauchers. Nur hier in Deutschland können wir MITeinander gestalten, wie unsere Lebensmittel erzeugt werden. Ernst gemeinter Arten- und Tierschutz in der Lebensmittelproduktion kann nur hier vor Ort und nicht in Übersee geleistet werden! Darüber hinaus, muss die gesellschaftliche Forderung nach mehr Arten- und Tierschutz auch immer mit Antworten nach der Finanzierung dieser durch die Gesellschaft verknüpft werden.

3. Kooperation statt Verbotspolitik!

Wir Landwirte stehen für Insekten- und Naturschutz, für sauberes Grundwasser und gesunde Lebensmittel, für eine klimaschonende Landwirtschaft und Tierwohl in unseren Ställen. Bereits heute gibt es in unserem Land zahlreiche Aktivitäten und Kooperationen, um Tierwohl sowie Artenschutz nachhaltig und wissenschaftlich basiert weiterzuentwickeln und zu stärken. Wir Landwirte können das und wollen das!
Aber machbar ist dies nur unter sinnvoller Abwägung von Ökonomie, Ökologie sowie unter Berücksichtigung der sozialen Strukturen. Diesen Weg kann man nur miteinander beschreiten, nicht gegeneinander! Das Agrarpaket wurde durch die Bundesministerien ohne vorherigen Dialog mit der Branche, aber vor allem ohne eine der Tragweite entsprechenden Folgenabschätzung für die ländlichen Räume, die Versorgungssicherheit mit regionalen Lebensmitteln sowie die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft erarbeitet. Dagegen verwahren wir uns und nicht gegen das Agrarpaket generell. Schluss mit der Verbotspolitik! Eine echte gesellschaftliche Kooperation ist erforderlich: Beginnend bei der Frage an uns alle: Worauf sind wir bereit zu verzichten? Was ist uns das Mehr Artenschutz und Tierwohl wert? Wie können wir dies finanzieren?

4. Lebendiges Land statt Land ohne Leben!

Wir Landwirte befürchten, dass die Umsetzung des Maßnahmenpaketes den negativen Strukturwandel in der Landwirtschaft weiter anheizen wird. Das ist für die heute noch vielfach regional verankerte Landwirtschaft in vielen Bundesländern und somit für viele Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, aber auch in den vor- und nachgelagerten Bereichen, eine reale Gefahr. Aktuell arbeiten zum Beispiel in Bayern in ca. 105000 landwirtschaftlichen Betrieben über 220.000 Menschen. Hinter jedem einzelnen Arbeitsplatz in der Landwirtschaft stehen sieben weitere Jobs in den vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen. Diese Arbeitsplätze halten die Menschen in den Dörfern und machen die ländlichen Räume liebens- und lebenswert. Nicht selten sind es Landwirte in den Dörfern, die Feuerwehrmann, Bürgermeister, Schneeschieber und Bauer zugleich sind.

Zur Erreichung dieser Ziele fordern wir…
  1. …, dass die gesellschaftlichen Wünsche nach mehr Umwelt- und Tierschutz durch die gesamte Gesellschaft finanziell getragen werden, denn für echte Veränderungen benötigen wir ein MITeinander!
  2. …, dass Zielkonflikte zwischen dem Erhalt einer regionalen Lebensmittelproduktion und den steigenden Umwelt- und Tierschutzmaßnahmen endlich durch die Politik benannt werden.
  3. …, dass die Ursachen des Insektenrückgangs ergebnissoffen, wissenschaftlich basiert und nicht allein auf die Landwirtschaft beschränkt (z.B. LED, UMTS, Wetterschwankungen, Klimawandel, Vergrünung, Verkehr, Flächenschwund uvm.) erforscht werden, denn nur so können wir mehr Insektenschutz erreichen.
  4. …, dass landwirtschaftliche Flächen in Schutzgebieten auch zukünftig nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch erfolgreich bewirtschaftet werden können. Hier sind smartere individuelle Lösungen als plumpe Verbote gefragt.
  5. … eine Reduzierung des landwirtschaftlichen Flächenverbrauches von 70ha/Tag in Deutschland sowie der dauerhaften Flächenversiegelung, denn auch das ist Natur- und Insektenschutz.
  6. …, dass bestehende Tierwohlprogramme gefördert und weiterentwickelt werden, anstatt neue Label zu schaffen, denn davon gibt es schon jetzt zu viele.
  7. …, eine objektive Untersuchung der auffälligen Nitrat-Messstellen, damit endlich zwischen landwirtschaftlichen und NICHTlandwirtschaftlichen Verursachern unterschieden werden kann und wir Verbesserungen erreichen.
  8. … die Erweiterung des Nitrat-Messstellennetzes zu einem repräsentativen Messnetz, wie es auch in anderen europäischen Staaten besteht und Meldung dieser repräsentativen Daten an die EU, damit in Europa gleiche Maßstäbe für alle bestehen.
  9. …, dass Schwachstellen im kommunalen und industriellen Abwassernetz, wie z.B. bestehende Direkteinleitungen in Flüsse, benannt und beseitigt werden.
  10. … eine Binnendifferenzierung innerhalb der roten Gebiete, damit Maßnahmen zielgenau ergriffen werden können.
  11. … die Möglichkeit zu einem echten Vertragsnaturschutz, damit wir auch mit Naturschutz unseren Lebensunterhalt bestreiten können.
  12. …, dass importierte Waren mindestens dem deutschen gesetzlichen Standard entsprechen, andernfalls sollten sie mit „unter dem gesetzl. Standard D hergestellt“ gekennzeichnet werden
  13. … eine klare 100% Herkunftskennzeichnung für landwirtschaftliche Produkte, auch in verarbeiteten Lebensmitteln, Restaurants uvm., damit Verbraucher regionale Produkte leicht erkennen und kaufen können .
  14. … eine Reduktion des bürokratischen Aufwands für die Landwirte, damit Tierwohl, Natur- und Umweltschutz praktikabel sind und wieder Spaß machen.
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