Jahrhundertvertrag

Ein großer Schritt nach vorne

Die junge Basisbewegung der Bauern, Landwirtschaft verbindet Bayern e.V., freut sich mit einem Impuls an die Öffentlichkeit zu gehen, der unserer Meinung nach die Basis sein wird für ein breites gesellschaftliches Bündnis.

Beim Rückblick auf das zurückliegende Jahr, das für LSV mit den großen Demonstrationen am 22.10.2019 begann, wurde umfassend Bilanz gezogen.
Etwas aus der Ferne betrachtet, kann der Anschein entstehen, als wenn sich die Landwirtschaft und die Gesellschaft sehr weit voneinander entfernt haben.

Augenscheinlich sind die Zielkonflikte zwischen den Wünschen der Gesellschaft nach höheren Standards der landwirtschaftlichen Produktion und den Wünschen der Lebensmittelindustrie nach immer günstigerem Rohstoff, den die Landwirtschaft bereit zu stellen hat.
Diese Wünsche wirken massiv auf die Landwirtschaft ein und setzen die Bauern einem Konflikt aus, dem sie allein nicht mehr gewachsen sind.

Es braucht dringend eine Initiative, die aus Bauern und Gesellschaft wieder eins macht.

Aus der Nähe betrachtet sind Initiativen in diesem Sinne auch durchaus schon vorhanden und LSV begrüßt diese auch sehr.

Dazu zählen wir folgende Ansätze:

  • Natur- und Tierschutzverbände haben ihre Vorstellung von Landwirtschaft, wissen aber dass diese Kosten verursachen und sie wünschen den Landwirten auch, dass diese gedeckt werden.
  • In den Medien ist auch zu hören und zu lesen, dass die Kosten der Landwirte gedeckt werden müssen. Es ist zu lesen, dass die Bauern das falsche fordern, wenn sie gegen Auflagen demonstrieren, sie sollten die Bezahlung der Kosten fordern.

Hier liegt das Problem, das es zu lösen gilt. Der Weltmarkt, der die Preise in der Landwirtschaft diktiert, ignoriert die Wünsche der Gesellschaft nach höheren Standards.

Beispielhaft ist derzeit der von den Tierschutzverbänden geforderte Umbau der Tierhaltung zu noch mehr Tierwohl zu nennen.
Hier will die Borchertkommission, die die Bundesregierung initiiert hat, die milliardenschweren Kosten mit Zuschlägen decken.

Dem können wir Bauern nicht mehr vertrauen. Zuschläge für Leistungen, die dem Preisdiktat der Lebensmittelindustrie weiter ausgesetzt bleiben, werden an der Situation überhaupt nichts ändern.
Grundpreise auf unsere landwirtschaftlichen Produkte, die weiter dem Belieben unserer Handelspartner und der Lebensmittelindustrie ausgesetzt bleiben, können keine solide, zukunftsfähige Basis bilden für einen milliardenschweren Umbau der Landwirtschaft.
So ändert sich an dem System unter dem die Bauern schon jetzt nicht mehr kostendeckend  produzieren können gar nichts.

LSV Bayern findet es deshalb folgerichtig und es macht große Hoffnung, dass auch in der Politik ein Umdenken in unsere Richtung stattfindet.

Herr Ministerpräsident Söder fordert auf dem Parteitag einen Jahrhundertvertrag mit der Landwirtschaft.

«Ich kann mir Bayern ohne Bauern nicht vorstellen»

Ministerpräsident Markus Söder

Der Bundesvorsitzende der Grünen und ehemalige Landwirtschaftsminister von Schleswig Holstein Herr Robert Habeck bringt ein bestehendes Gesetz ins Spiel, das den Verarbeitenden Betrieben und dem Lebensmitteleinzelhandel den Verkauf unter Einstandspreis verbietet. Dieses Gesetz muss seinen Worten nach auch für die Bauern gelten. Die Kosten der Bauern müssen in dieses Gesetz, so Habeck.

Es gibt so viele gut gemeinte Initiativen, um aus der Gesellschaft und der Landwirtschaft wieder eins zu machen und diesen vernichtenden Zielkonflikt zwischen Weltmarkt und den Wünschen der Gesellschaft aufzulösen.

Wir als LSV Bayern e.V. wollen diese Initiativen zusammenführen, damit es am Ende nur Gewinner gibt.
Die Natur, die Tiere, die Insekten,  die Gesellschaft und die Bauern.
LSV Bayern e.V. hält eine gemeinsame Position über alle Verbände der Landwirtschaft, den Naturschutzverbänden, den NGO und gerade auch gemeinsame historische Beschlüsse über alle Parteien hinweg für möglich.

Die Präsentation des Jahrhundertvertrags, klicken hier auf >Präsentation< um direkt ohne das Video zu starten.

Folgende Beschlüsse müssten u.a. gefasst werden:

1. Die Borchert-Kommission arbeitet weiter im gleichen agrarpolitischen System, das seit Jahren die Abrechnungen der Bauern prägt – Zuschläge für Mehraufwand. Dem Vertrauen wir nicht mehr, da die Zuschläge weiter auf nicht definierte, die Kosten deckende Grundpreise geschehen sollen. Die Grundpreise  können quasi vor dem Zuschlag entsprechend angepasst werden und dadurch ist kein ehrlicher Zuschlag für die Tierwohlaufwendungen garantiert und bleibt theoretisch.

2. Wir unterstützen die Forderung, dass die Kosten der Bauern aus ihrer landwirtschaftlichen Produktion in das Gesetz zum Verbot von Verkauf unter Einstandspreis aufgenommen werden. Das soll für alle Produkte und Leistungen der Bauern gelten.

3. Wir fordern gemeinsam, dass diese Vorschläge in MP Söders JHV verankert und auf deutscher und europäischer Ebene in Gesetzen und Verordnungen eingearbeitet und wirksam  werden.

4. Wir bieten der Gesellschaft einen Jahrhundertvertrag an.

Wegen uns muss der Regenwald nicht brennen, als gemeinsame Position von Bauern und Gesellschaft.

Den heimischen Teller leer essen macht gutes Klima.



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