Landesweit sind derzeit Landwirte auf der Straße, um ihre Entäuschung über die politische Entscheidung gegen den Agrardieselrückerstattung und den Wegfall der Steuerbefreiung für landwirtschaftliche Fahrzeuge zu zeigen. Spontane Demos mit Traktoren vor den Politbüros der SPD, der Grünen und auch der FDP sind überall zu sehen, aber auch Traktorkorsos, Gummistiefelaktionen oder kleine Misthaufen vor Ampeln.
Aber warum ist das eigentlich so? Was bringt die Bauern dazu auf die Straße zu gehen und mit Ihren Schleppern vor die Büros der Ampelparteien zu fahren oder in die Innenstädte?
Eigentlich ist die Erklärung für das ganze ziemlich einfach. Es ist die Existenzangst weil es jedes Jahr noch mehr um das wirtschafltiche Überleben der Familie und des Betriebes geht.
Dabei ist es nicht alleine die Streichung der Agrardieselrückerstattung und die Abschaffung der Grünen Nummernschilder für Landwirtschaftliche Maschinen, die hier wieder ein tiefes Loch in die Taschen der Bauern reißt und weswegen diese auf die Straße gehen.
Es sind die enorme Vielzahl an Beschränkungen, Verordnungen, Gesetze und Auflagen die das wirtschaften für Landwirte in Deutschland sehr schwierig machen. Denn all diese Einschränkungen kosten richtig viel Geld, Zeit und Kraft. Dinge die ein Landwirt kaum mehr hat, denn immer mehr arbeiten, immer effektiver werden kann er kaum noch, denn bezahlen will es kaum noch jemand. Die letzen 40 Jahre haben deutlich gezeigt, dass die Preise für die Erzeugnisse der Landwirte nahezu gleich bleiben, also stangnieren, im Gegensatz zu den Kosten. Jede Maschine, jedes Ersatzteil, jedes Futter und auch Fremdarbeitskräfte werden immer teurer, außer die produzierten Lebensmittel, die kann der Landwirt für den gleichen Preis wie 1975 verkaufen.
Kostete ein Traktor in den 1980er Jahren für 120 PS noch weniger als 100.000 DM, so kostet im Jahr 2023 ein Traktor mit 120 PS mittlerweile mindestens 100.000 Euro.
Eine Preissteigerung von mehr als 100%. Ähnlich verhält es sich mit Löhne für Arbeitskräfte, Ersatzteilen, kosten für Flächenpacht, für Abgaben an den Staat usw.
Die Milch kostete 1980 ca. 0,62 DM, 2020 waren es zwischen 32-36Cent/Liter.
Hier einmal einige Mehrkosten pro Jahr, die Landwirte durch politische Fehlenentscheidungen zusätzlich zu tragen haben.
Beispiel an einem 100 Milchkuh Betrieb in Bayern:
- Agrardieselerstattung gestrichen: ca. -5000 €/Jahr
- Steuerbefreiung landwirtschaftliche Maschinen: ca. -2500 €/Jahr (Online Rechner hier)
- Sozialversicherungszuschusse gekappt. ca. -1000 €/Jahr
- Grundsteuererhöhung
- Mindestlohnerhöhung um 1€: -2300€/Jahr + Arbeitgeberanteil für Rente usw. (1 AK)
- Pauschalierung sinkt von 10,7% auf 9% und jetzt 8,4% (Quelle): ca. -9000€/Jahr
- Streichung Investitionförderung -195 Millionen Euro
- Kürzung der Flächenprämien von 285€/ha auf ca. 170€/ha (bei 90ha): ca. -10350 €/Jahr
Einnahmeschancen durch die Reformierung der GAP
- Umschichtung der Flächenprämien auf die 2. Säule der GAP: 0 -20 €/ha da hier nur der Aufwand für die Umweltmaßnahme bezahlt wird. Allermeistens sehr hoher Aufwand der die Einnahmen komplett auffrisst.
Im gesamten beläuft es sich für einen Milchviehbetrieb mit beispielsweise 100 Kühe der Gesamtschaden durch falsche Politik auf etwa 30.000€/Jahr.
































