
Vom 28. August bis 1. September 2026 war der LsV Bayern e.V. mit einem eigenen Stand auf der Rottalschau im Rahmen des Karpfhamer Festes vertreten.
Die Messetage boten zahlreiche Gelegenheiten zum direkten Austausch mit Landwirten, Landmaschinenherstellern, Besuchern und politischen Vertretern. Dabei wurde vor allem eines deutlich: Die Stimmung in weiten Teilen der Landwirtschaft ist angespannt, frustriert und zunehmend ernüchtert.
Viele Betriebe warten seit Jahren auf echte strukturelle Verbesserungen. Stattdessen erleben sie steigende Kosten, zusätzliche Auflagen, mehr Bürokratie und einen zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Gleichzeitig werden von politischer Seite immer wieder Liquiditätshilfen als Lösung angeboten.
Doch für uns ist klar:
Wir Bauern wollen von unseren Produkten und von unserer Arbeit leben können. Wir wollen nicht dauerhaft von staatlichen Hilfen abhängig gemacht werden.
Austausch mit Bundes- und Landespolitik
Auch Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer war am Stand des LsV Bayern e.V. zu Gast. Im direkten Austausch konnten zentrale Themen angesprochen werden, die unsere Betriebe derzeit beschäftigen.
Auch die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sowie die Landtagsabgeordnete Petra Högl nutzten die Gelegenheit zum Gespräch.
Was dabei deutlich wurde: Viele Betriebe erwarten keine kurzfristigen Pflaster mehr, sondern verlässliche Rahmenbedingungen und eine Politik, die wirtschaftliches Arbeiten wieder möglich macht.
Der direkte Austausch mit politischen Entscheidungsträgern ist wichtig. Gleichzeitig erwarten die Landwirte inzwischen mehr als Gespräche und Ankündigungen. Entscheidend ist, dass konkrete Maßnahmen folgen und die Wettbewerbsfähigkeit unserer heimischen Landwirtschaft tatsächlich verbessert wird.
Die Landwirtschaft braucht Perspektiven statt Dauerhilfen
Die Gespräche auf der Rottalschau haben deutlich gezeigt, wie groß der Frust inzwischen ist – nicht nur bei den Landwirten, sondern auch bei vielen Landmaschinenherstellern und weiteren Unternehmen im landwirtschaftlichen Umfeld.
Wenn landwirtschaftliche Betriebe keine wirtschaftliche Perspektive haben, betrifft dies die gesamte vor- und nachgelagerte Branche.
Kurzfristige Liquiditätshilfen können akute Probleme überbrücken. Sie ersetzen aber keine langfristig tragfähige Agrarpolitik.
Der LsV Bayern e.V. fordert deshalb weiterhin grundlegende Veränderungen in zentralen Bereichen:
Agrardiesel und CO₂-Besteuerung
Unsere heimische Landwirtschaft darf nicht durch immer höhere Energie- und Produktionskosten gegenüber anderen Ländern benachteiligt werden. Die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe muss erhalten bleiben.
Gleiche Standards, Safeguards und Außenschutz bei Agrarimporten
Für Agrarimporte müssen vergleichbare Anforderungen gelten wie für die Produktion innerhalb Deutschlands und der EU. Es kann nicht sein, dass unsere Betriebe hohe Umwelt-, Tierwohl- und Produktionsstandards erfüllen müssen, während gleichzeitig Waren zu deutlich niedrigeren Standards auf den europäischen Markt gelangen.
Bei starken Marktverwerfungen braucht es zudem wirksame Schutzmechanismen.
Verbindliche Herkunftskennzeichnung
Verbraucher müssen klar und nachvollziehbar erkennen können, wo Lebensmittel erzeugt und verarbeitet wurden. Wer regionale und heimische Landwirtschaft stärken möchte, muss für echte Transparenz bei der Herkunft sorgen.
Verträge vor der Produktion, Marktteilhabe und faire Wertschöpfungsketten
Landwirtschaftliche Betriebe brauchen bereits vor Beginn der Produktion verlässliche Bedingungen. Dazu gehören klare Verträge und eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Handel und Verarbeitern.
Die Wertschöpfung muss wieder stärker bei denjenigen ankommen, die die Lebensmittel erzeugen.
Wettbewerbsfähigkeit innerhalb der EU
Zusätzliche nationale Sonderwege und unterschiedliche Anforderungen innerhalb Europas führen zu Wettbewerbsverzerrungen. Landwirtschaftliche Betriebe brauchen vergleichbare Rahmenbedingungen innerhalb des europäischen Binnenmarktes.
Es braucht endlich konkrete Veränderungen
Die Rottalschau 2026 hat gezeigt, dass die Landwirtschaft weiterhin bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, zu investieren und hochwertige Lebensmittel zu produzieren.
Was fehlt, sind verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Die Betriebe brauchen keine dauerhaften Hilfsprogramme, sondern die Möglichkeit, mit ihrer täglichen Arbeit wieder ein auskömmliches Einkommen zu erwirtschaften.
Unser Dank gilt allen Landwirten, Besuchern, Ausstellern und politischen Vertretern, die während der Rottalschau das Gespräch mit uns gesucht haben.
Für den LsV Bayern e.V. bleibt die Botschaft eindeutig:
Landwirtschaft muss sich wieder aus eigener Kraft tragen können. Dafür braucht es keine neuen Versprechen, sondern konkrete politische Veränderungen.
