Im Gespräch mit der LfL: Was die Landwirtschaft jetzt braucht

von links nach rechts.: Hermann Dorfner, Robert Knöferl, Jakob Maier, Stefan Sedlmayer, Michael Muhr und Matthias Huber

Am 6. August 2026 trafen sich Vertreter des LsV Bayern e.V. mit dem Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Stephan Sedlmayer, sowie Jakob Maier, Leiter des Instituts für Pflanzenschutz, und Robert Knöferl, dem neuen Leiter des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung.

Für den LsV Bayern nahmen Michael Muhr, Hermann Dorfner und Matthias Huber teil.

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen aktuelle agrarpolitische und fachliche Herausforderungen. Besonders intensiv diskutiert wurden die zukünftige Ausgestaltung der Düngeregelungen, der Pflanzenschutz sowie die zunehmende Bürokratiebelastung in der Landwirtschaft.

Düngung: Welche Regeln kommen künftig?

Bei der Düngung werden derzeit unterschiedliche Modelle diskutiert. Neben einem möglichen Festhalten an den bisherigen „Roten Gebieten“ mit Befreiungsmöglichkeiten einzelner Betriebe stehen auch Modelle ohne pauschale 20-prozentige Düngekürzung im Raum.

Ein weiterer Ansatz ist der sogenannte „Bayerische Weg“. Dieser setzt stärker auf das Verursacherprinzip und soll vermeiden, dass Betriebe pauschal mit zusätzlichen Auflagen belastet werden, obwohl von ihren Flächen nachweislich keine entsprechende Belastung ausgeht.

Für den LsV Bayern ist klar: Gewässerschutz und Landwirtschaft dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend sind nachvollziehbare Messungen, verursachergerechte Regelungen und praxistaugliche Vorgaben.

Die politische Diskussion dazu geht weiter. Am 7. September 2026 befasst sich der Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrates in Berlin mit den weiteren agrarpolitischen Themen.

Pflanzenschutz: Dauerhafte Lösungen statt Notfallzulassungen

Beim Pflanzenschutz stand besonders die Schilf-Glasflügelzikade im Mittelpunkt. Sie überträgt Krankheitserreger und stellt insbesondere den Zucker- und Kartoffelanbau vor große Herausforderungen.

Die derzeitigen Notfallzulassungen können aus Sicht des LsV Bayern keine dauerhafte Lösung sein. Landwirte brauchen regulär zugelassene und langfristig verfügbare Möglichkeiten zur Bekämpfung.

Diskutiert wurde zudem, ob eine Bekämpfung künftig stärker über die gesamte Fruchtfolge gedacht werden kann – also nicht nur in der direkt betroffenen Kultur, sondern gegebenenfalls auch in Folgekulturen.

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Beratung und Praxis

Ein weiterer Gesprächspunkt war der hohe Aufwand durch zahlreiche Meldungen über vermeintliches Fehlverhalten landwirtschaftlicher Betriebe. Jede begründete Meldung muss selbstverständlich geprüft werden.

Problematisch wird es jedoch, wenn eine Vielzahl unbegründeter oder pauschaler Hinweise wertvolle Arbeitszeit in Behörden und Fachstellen bindet. Diese Zeit fehlt anschließend bei Beratung, Forschung und der praktischen Unterstützung der Landwirtschaft.

Der LsV Bayern fordert deshalb mehr Augenmaß, weniger unnötige Bürokratie und effizientere Verfahren.

Konstruktiver Austausch

Das Gespräch mit der LfL war offen, sachlich und von einem guten fachlichen Austausch geprägt. Gerade bei Düngung und Pflanzenschutz stehen wichtige Entscheidungen bevor.

Für den LsV Bayern bleibt dabei entscheidend: Landwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, praxistaugliche Lösungen und Regelungen, die sich an tatsächlichen Problemen und nicht an pauschalen Annahmen orientieren.

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