Vorstoß bei der UTP Richtline durch Stellungnahme von Oxfam

Unverhoffte Unterstützung bekommen die Landwirte im Kampf um faire Produktionsbedingungen aus einer bislang unbekannten Richtung. Oxfam, bekannt durch sein Engagement als Verbund von verschiedenen Hilfs- und Entwicklungsorganisationen, hat sich in einer Stellungnahme zur der, in der Diskussion stehenden UTP Richtline geäußert!

Im Jahr 2019 wurde eine EU-Richtline gegen Unfaire Handelspraktiken erlassen, nach Artikel 9 der UTP-Richtline, steht es den Mitgliedsstaaten frei, weitergehende Regeln zur Bekämpfung unfairer Handelspraktiken einzuführen. Sie soll ein Stück mehr Fairness in das große Ungleichgewicht zwischen Erzeugern und deren Abnehmern bringen.

Oxfam Stellungnahme zu unfairen Handelspraktiken

Seit dem im Oktober 2019 Landwirte deutschlandweit massiv auf die Straße gingen, um für ihre Zukunft zu kämpfen, kam die Diskussion auf, welche Möglichkeiten es gibt um die festgefahrene Situation der Bauern nachhaltig zu ändern.

Der Gesellschaftliche Anspruch an die Landwirte ist sehr hoch, der Veränderungswille ist da, doch die Landwirtschaft sieht sich in einer sehr schlechten Position gegenüber seinen Marktpartner.



Für den Berufsstand entsteht dadurch ein Druck, der die deutsche Landwirtschaft vor enormen Herausforderungen stellt. Denn je höher die Anprüche an die Produktion werden, desto größer wird der Abstand zwischen Produktionskosten und den Erzeugerpreisen.
Von Fairness gegeüber den Erzeugern kann schon lange keine Rede mehr sein, vor allem wenn man bedenkt, das die Preise für den Landwirt eigentlich seit über 40 Jahren die gleichen sind.
Jahrzehntelang ein gleicher Preis für die Produkte, obwohl die Kosten für die Produktion weiter stark anstiegen, egal ob Strom-, Treibstoff-, Futtermittel- oder Maschinenkosten etc..
Nur eine effektivere Produktionsweise und die Anpassungsfähigkeit der Landwirte konnte ein Teil der Kosten noch abdecken, jedoch ist sie nun an einen Punkt angekommen, wo es eines Systemwechsels bedarf, bevor es zu einem großen Strukturbruch in der Landwirtschaft kommt.

Ein Lichtblick in der schwierigen Situation der Landwirte?

LSV-Bayern hat im November 2020 einen Vorstoß für einen Jahrhundertvertrag in genau diese Richtung gemacht. Von Annegret Kramp-Karrenbauer forderte die Initiative der Bauern im November 2019 in Würzburg, das sie den Landwirten den Verkauf unter Einstandspreis verbieten soll. Im Januar 2020 sprachen die Bauern Robert Habeck (Bündnis 90 / Die Grünen) in Aschaffenburg auf das Verbot vom Verkauf unter dem Einstandspreis an und er signalisierte Unterstützung, die er im Mai im Morgenmagazin wiederholte.

Jetzt im Februar 2021, hat die Organisation Oxfam auf ihrer Homepage, all das, was den Bauern im Magen und im Kopf liegt, aufs Papier gebracht. Mit zahlreichen Quellen und einer positiven Stellungnahme für mehr Fairness!

Es bleibt zu hoffen, dass dieser Vorstoß nie wieder in den Lobbystuben und Hinterzimmern von Konzernen verschwinden!

Alfred Greubel, Bauer aus Unterfranken

Hier noch einmal als PDF zum Nachlesen.

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