
München, 7. Mai 2026 – Im direkten Austausch mit Staatsministerin Michaela Kaniber und dem Landwirtschaftsministerium brachte LsV Bayern zentrale Anliegen der Landwirtschaft klar auf den Tisch und diskutierte diese in konstruktiver Atmosphäre.
Im Mittelpunkt standen unter anderem die aktuellen Entwicklungen rund um die CO₂-Kosten. Hierzu konnte seitens des Ministeriums noch keine abschließende Aussage zu möglichen Regelungen im Koalitionsvertrag getroffen werden. Positiv wurde jedoch signalisiert, dass die Einnahmen grundsätzlich an die betroffenen Betriebe zurückgeführt werden sollen. In diesem Punkt besteht weiterhin Gesprächsbedarf.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Vorschlag eines „reinen Agrardiesels“, der sowohl im Hinblick auf Entlastung als auch auf Bürokratieabbau positiv bewertet wurde. Das Landwirtschaftsministerium kündigte an, hierzu einen Vorstoß auf Bundesebene prüfen zu wollen.
Auch die Versorgung mit Düngemitteln wurde thematisiert. Die Ministerin sprach sich klar dafür aus, die Eigenproduktion in Deutschland und der Europäischen Union wieder zu stärken, um die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren.
Im Bereich der Agrarmärkte wurden insbesondere Importe aus der Ukraine als sensibles Thema eingeordnet. Obwohl die importierten Mengen insgesamt als vergleichsweise gering eingeschätzt werden, wurde betont, dass bereits kleinere Mengen spürbare Marktverwerfungen verursachen können. Gleichzeitig wurde die Verantwortung aller Beteiligten entlang der Wertschöpfungskette hervorgehoben.
Die Situation rund um den Mindestlohn wurde ebenfalls offen angesprochen. Die Auswirkungen auf die Landwirtschaft seien bekannt und anerkannt. Diskutiert wurde unter anderem der Vorschlag, Saisonarbeitskräfte von bestimmten Regelungen auszunehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit und den Erhalt der heimischen Obst- und Gemüseproduktion sicherzustellen.
Beim Pflanzenschutz standen insbesondere Zulassungen und die Beschleunigung von Verfahren im Fokus. Ziel ist es, stärker auf alternative Ansätze zu setzen. Dazu gehört vor allem der vermehrte Einsatz von Beizung statt flächiger Anwendungen. Dadurch sollen Nützlinge besser geschützt und gezielt gefördert werden.
Auch Fragen der Tierhaltungskennzeichnung wurden diskutiert. Die Ministerin sprach sich für eine klare Herkunftskennzeichnung aus und stellte bestehende Regelungen zur Diskussion, sofern keine Anpassungen erfolgen.
Ein besonderer Fokus lag auf dem sogenannten „Bayerischen Weg“ in der Düngebedarfsermittlung. Ziel ist eine vereinfachte, betriebliche Berechnung, die für den Großteil der Betriebe ausreichend ist und gleichzeitig Bürokratie reduziert. Detaillierte Prüfungen sollen künftig stärker risikobasiert erfolgen.
Darüber hinaus wurde ein mögliches „Aktionsmodell Nitrat“ angesprochen, das unter anderem Maßnahmen wie Zwischenfruchtanbau und eine reduzierte Herbstdüngung umfasst. Gleichzeitig wurde vereinbart, den Austausch fortzusetzen und die Zusammenarbeit weiter zu intensivieren.
Abschließend wurde betont, dass Landwirtschaft verbindet Bayern e. V. weiterhin den Dialog sucht und sich aktiv für praktikable, wirtschaftlich tragfähige und zukunftsorientierte Lösungen einsetzt.
