Fragen zur Viehhaltung

Der Arbeitstag in der Viehhaltung ist recht ausgefüllt, auch neben der Saison.
Gemolken wird 2x täglich, Morgens und Abends, mit einem Roboter eventuell sogar noch öfters. Die Melkdauer richtet sich nach Art der technischen Ausstattung und der Kuhzahl, sowie den vorhandenen Arbeitskräften und dauert etwa zwischen 1-3 Std täglich.

  • Vormittags Melken zwischen 5-9 Uhr
  • Abends Melken zwischen 16-20 Uhr
  • Füttern der Kühe und der Jungrinder ca. 2 Std täglich
  • Kälber füttern täglich 2-3x je ungefähr 0,3-1 Std

Die Fütterung der Kälber läuft zum Teil, je nach Menge der Arbeitskräfte während dem Melken, da hier frische Milch sofort vorhanden ist und diese nach kurzen erwärmen sofort gefüttert werden kann. Der Zeitbedarf ist sehr unterschiedlich, da jedes neue Kalb erst „angelernt“ werden muss selbstständig zu trinken.
Kälber die schlecht trinken brauchen deutlich mehr Zuwendung und Zeit durch den Landwirt.
Nach dem Melken wird bei vielen Betrieben gefüttert, je nach Betriebsgröße und Ausstattung dauert dies auch noch mehrere Stunden. Hierbei gibt es diverse Fütterungssysteme von der normalen Schaufel über Futtermischwagen, Selbstfahrer oder automatische Systeme.
Zusätzlich muss der Landwirt seine Herde durchgehend täglich mehrmals kontrollieren, um Probleme bei Kühen rechtzeitig zu sehen, rindernde Tiere passend besamen zu können oder defekte im Stall schnell zu lösen.

Ein Rind benötigt je nach Haltung unterschiedlich viel Arbeitszeit

  • Anbindehaltung/Kombihaltung ca. 60-70 Std/Kuh/Jahr
  • Laufstallhaltung mit Melkstand ca. 50-60 Std/Kuh/Jahr
  • Laufstallhaltung mit Roboter ca. 35-45 Std/Kuh/Jahr
  • Jungvieh ca. 20 Std/Tier/Jahr

Bei 100 Kühen kann man also durchschnittlich zwischen 5000-7000 Std Arbeitszeit (ohne Büro, Futterernte und Ackerbau) pro Jahr rechnen.

Wieviel Stunden benötigt eine Kuh pro Tag?


Eine feste Größe gibt es nicht genau, man kann aber mit einem Jahresdurchschnitt zwischen 35-70 Std/Kuh/Jahr rechnen. Es kommt immer darauf an, wie „passend“ der Stall ist und wie wohl sich somit die Tiere fühlen.

Je höher die Technische Grundausstattung desto mehr Zeit lässt sich einsparen, Handarbeit benötigt am meisten Stunden, Technik ist dafür teuer in der Wartung und somit im Unterhalt. Jeder Betrieb muss hierbei seinen eigenen Weg finden zwischen teurer Technik und viel Zeitaufwand.

Roboter beim Melken oder Füttern nehmen zwar einige Arbeit ab, dennoch benötigen diese im Umkehrschluss viel Wartung und Pflege. Trotz der Einsparung von einem Teil der Arbeitszeit, muss auch ein Landwirt mit einem Melkroboter genauso in den Stall gehen, Kälber füttern, Kühe suchen und die Arbeitsliste des Roboters abarbeiten.

Ist das Füttern der Kuh einfach, gibt es Qualitätsansprüche?

Rinder benötigen einwandfreies qualitativ sehr hochwertiges Futter, jeden Tag am besten Frisch, entweder aus dem Silo oder von der Wiese.

Eine Kuh hat 4 Mägen und hat somit einen hochkomplexen Verdauungsapparat, der auf kleinste Ungereimtheiten wie schlechte Qualität oder plötzlich andere Zusammensetzung extrem reagiert.

Schlechte Qualität ist unbedingt zu vermeiden, erwärmte Stellen im Silo müssen umgehend entfernt und weggeworfen werden, genauso wie Verunreinigungen bei der Ernte vermieden werden müssen. Bei nicht optimalen Erntebedingungen können zusätzlich biologische und chemische Hilfsstoffe verwendet werden um das Silo stabil zu halten.

Die Zusammensetzung des Futters sollte jeden Tag möglichst gleich sein, ohne große Änderungen, da sich in den Mägen genau die Bakterien ansiedeln um die verschiedenen Komponenten im Futter gut abbauen zu können. Eine Futterumstellung dauert somit etwa 30 Tage, fällt eine Komponente weg, so verhungern sozusagen die dafür zuständigen Bakterien nach ca. 3 Tagen.



Wann und durch was gibt eine Kuh viel Milch

Die Kuh gibt Milch, sobald ein Kalb geboren wird. Wie in der Natur üblich bekommt eine Kuh Nachwuchs sobald sie von einem Bullen schwanger wird und etwa 280-290 Tage getragen hat.
In der modernen Tierhaltung wird oft künstlich Besamt, um auch für jede Kuh individuell einen passenden Bullen aussuchen zu können. In der Natur wird jedes weibliche Tier nach der Geschlechtsreife durch ein männliches Tier gedeckt.
Das heißt, sollte ein Bulle in der Herde mitlaufen, so wird jedes Tier, dass gerade bereit wäre auch gedeckt, es ist wie bei allen anderen Tieren in der Natur auch so.

Eine Kuh bringt nur dann Leistung, wenn sie sich auch wohl fühlt. Sollte eine Kleinigkeit sie stören, vermindert sie die Milchleistung.

Störungen sind z.B.

  • Störung beim Individuellen Tagesablauf (z.B. durch eine Reparatur eines Stallbereiches)
  • anderes Futter z.B. andere Grassilage, andere Wiese, wechselndes Kraftfutter
  • Rangkämpfe in der Herde
  • Interessante Vorgänge am Stall, sodass die Tiere abgelenkt sind
  • Stress durch Klimatische Bedingungen, vor allem Hitze, mit Kälte kommen sie jedoch gut klar
  • Verletzungen, allgemeines Wohlbefinden, unsichere Laufwege
  • Falsches Melken

Ist die Qualität von BioMilch anders als die von Konventioneller Milch?


Wofür brauchen wir eigentlich Milch?
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